2. Männer

12.04.15 - Packendes Derby endet Remis

Derby in Löbtau, Spitzenspiel der Stadtliga B, die beiden besten Offensiven mit 51 bzw. 49 erzielten Treffern, eine hervorragende Anstoßzeit um 15 Uhr und frühsommerliche Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Alle diese Gründe lockten eine dreistellige Zuschaueranzahl auf die Sportanlage auf der Saalhausener Straße, der Heimspielstätte der Löbtauer Kickers. Zu Gast war die zweite Vertretung der blau-weißen Löbtauer Spielvereinigung von der Malterstraße, welche zugleich das Tableau der Stadtliga B anführt und mit voller Kapelle anreiste. Der verletzungsbedingte Ausfall des Defensivstrategen Frank Serszinsky konnte durch „Leihgabe“ Jens Bitterlich kompensiert werden; auf einigen anderen Positionen hatte Trainer Marcel Dähne die berühmte „Qual der Wahl“. Die Vorzeichen für das Derby konnten also nicht besser sein.
Davon war aber zu Beginn der Partie nichts zu spüren und die Jungs um den heutigen Kapitän Patrick Bruntsch erwischten einen herben Fehlstart. Schon in der fünften Spielminute musste Keeper Erik Creutz hinter sich greifen. Nach einer Ecke schnappte sich ein Grün-Weißer an der Strafraumgrenze das Leder und beförderte selbiges mit Wucht in die Maschen. Damit aber noch nicht genug. Nur weitere fünf Minuten später zappelte die Kugel erneut im Netz der Gäste. Die Hausherren nutzten ihren zweiten Eckball zum zweiten Treffer, der nun allerdings per Kopf erzielt wurde. Die Spielvereinigung schien durch den frühen Rückstand zwar verunsichert, fand aber über den Kampf nach und nach besser ins Spiel. In der 21. Spielminute dann der vermeintliche Knackpunkt der Partie. In einer undurchsichtigen Situation führten die Gäste einen schnellen Einwurf so aus, dass Angreifer Mario Weichold plötzlich allein auf Torwart der Kickers zulief. Beim Versuch den Ball am Keeper vorbeizulegen, wurde er von ihm unsanft von den Beinen geholt. Der Unparteiische entschied sofort auf Notbremse und Rote Karte, was den Spielverlauf in eine andere Richtung lenken sollte. Die Gastgeber, bis dahin stürmisch und tonangebend, beschränkten sich nun auf sichere Defensivarbeit und lauerten auf Konter. Die Gäste hingegen drückten auf den Anschlusstreffer, welcher noch kurz vor der Pause auch fallen sollte. Jens Bitterlich konnte einen Abpraller nach einem Freistoß im gegnerischen Gehäuse unterbringen.
Der zweite Abschnitt begann zerfahren. Die Kickers konnten spielerisch nicht mehr die Akzente aus den ersten 20 Minuten setzen, die Gäste scheiterten oft an eigenen Unzulänglichkeiten. Die Zweite ließ klare Aktionen vermissen und fand kein probates Mittel, um die tiefstehende Abwehr der Hausherren auszuhebeln. Lange Diagonalbälle, die über die Verteidigung geschlagen werden sollten, landeten entweder im Toraus oder aber blieben an der Hintermannschaft der Kickers hängen. Dennoch konnten die Gäste in der 73. Minute jubeln. Einen langen Ball konnten die Hausherren nur unzureichend klären, sodass Angreifer Tom Hille an der Strafraumgrenze an die Kugel gelangte und sofort abschloss. Sein Schuss wurde so abgefälscht, dass sich das Leder unhaltbar ins Gehäuse der Kickers senkte. In der Folge entwickelte sich ein Kampf mit offenem Visier. Beide Teams versuchten noch einmal alles, um das Derby für sich zu entscheiden. Allerdings verpassten es beide Parteien, ihre Chancen in Zählbares umzumünzen, sodass es unterm Strich bei einem leistungsgerechten Unentschieden blieb.
    Fazit: Es ist schwer zu sagen, ob dieser Punkt ein gewonnener ist oder ob zwei Punkte verschenkt wurden. Die Jungs bewiesen erneut Moral und holten einen Zwei-Tore-Rückstand auf. Andererseits hätten die Jungs die 70-minütige Überzahl besser nutzen bzw. die Angriffe besser ausspielen müssen. Vor allem die kleinen Unkonzentriertheiten hemmten immer wieder den Spielfluss. Dennoch stimmten Kampf, Leidenschaft und Teamgeist und genau diese Tugenden sollten auch in zwei Wochen in die Waagschale geworfen werden, wenn es gegen die Zweite des TSV Rotation-Dresden geht. Angestoßen wird am 26. April um 8:45 auf der Malterstraße. Wir freuen uns über jede Unterstützung. Bis dahin!