C1-Jugend

01.12.13 - Spiel der Chamäleons - die C1 gewinnt beim Großenhainer FV

Wenn der Tabellenzweite beim abgeschlagenen Schlusslicht zum Punktspiel antritt, wird selbiges fast automatisch zur Kopfsache, zumindest für den Favoriten. Zu verlockend ist schließlich der Gedanke, das Spiel mit halber Kraft und gern auch mit dem einen oder anderen Kabinettstückchen zu schaukeln.
Und der Spielverlauf sollte einer nicht auszuschließenden laschen Einstellung auch gleich noch Vorschub leisten, denn eine im Grunde misslungene Flanke von Maurice Moll in den Fünfmeterraum wurde vom in dieser Szene völlig indisponierten Großenhainer Torwart in der 2. Minute unterlaufen, worauf sich der Ball zur frühen 0 : 1-Führung ins Tor senkte.
Zugegeben, das Tor hätte wirklich gute Chancen, in einer Pleiten-Pech-und-Pannen-Show ganz vorn zu landen, aber die verheerende Wirkung der frühen Führung auf die Psyche und das Spiel unserer Mannschaft wurde leider auch sofort an dem unsportlichen Gelächter unserer Jungs deutlich. Denn ungefähr so schnell wie Chamäleons ihre Hautfarbe an die Umgebung anpassen können, passten sich unsere Jungs über ihre Einstellung dem Niveau des Gegners an. Natürlich war kaum in Abrede zu stellen, dass das durch Sperren bedingte Fehlen zweier Stützen im Mittelfeld und die damit erzwungenen Umstellungen deutlich im Spielaufbau zu spüren waren, aber simple Fußballfertigkeiten, wie z. B. eine saubere Ballannahme, das Zulaufen auf den Ball, saubere Zuspiele oder schlichte Laufarbeit, haben nichts mit dem Nebenmann bzw. dessen Fehlen sondern vielmehr mit der Einstellung zu tun. Von der ersten Halbzeit bleibt zum Glück nicht viel zu berichten. Zwar hatten unsere Jungs die Gegner voll im Griff und beherrschte vor allem Karl Kühne mit einem souveränen Auftritt seine Abwehrseite, jedoch fehlte nach vorn auch jegliche eigene Durchschlagskraft.
Art und Inhalt der Halbzeitansprache waren nach dem Seitenwechsel an der Einstellung und dem sich nun koordinierter entfaltenden Druck unserer Mannschaft ablesbar. Zwar blieben gute Kombinationen über mehrere Stationen weiterhin Mangelware, jedoch wurden Zweikämpfe nun gesucht und zumeist gewonnen und stimmte bei den meisten Spielern auch die Laufbereitschaft.
Allein, der Ball wollte trotz vorhandener Chancen nicht ins gegnerische Tor und so musste erst ein Freistoßknaller von Tobias Höschele in der 56. Minute herhalten, um das Spiel für unsere Mannschaft zu entscheiden. Danach schien die Gegenwehr der Großenhainer zu erlahmen bzw. spielten unsere Jungs befreiter auf - Kopfsache eben. Jedenfalls führte die erste sehenswerte und konsequent gespielte Kombination in der 59. Minute zum 0 : 3, bei dem Maurice Moll einen bilderbuchhaft von David Karius durchgesteckten Ball eiskalt in der rechten Ecke des gegnerischen Tors versenkte.
Das letzte Tor des Spiels erzielte David Karius dann selbst, nachdem er das Dankeschön von Maurice Moll in Form eines wiederum mustergültigen Zuspiels im Strafraum zum 0 : 4-Endstand in der 70. Minute verwertete.
Bleiben als Fazit ein ungefährdeter wenn auch glanzloser Sieg in der Fremde und die eine oder andere noch aufzubereitende Lektion in Sachen Psychologie und Einstellung. Ach ja, beinahe hätte man es vergessen. Es sei mit aller Bescheidenheit zu erwähnen, dass der Sieg in Großenhain zum Abschluss der Hinrunde bereits der neunte Dreier in elf Spielen war. Als Spielervater gehört es ja dazu, sich mit Euphorie zurückzuhalten, aber was die Jungs und ihre Trainer bis dato abgeliefert haben, übertrifft bei Weitem die Erwartungen und, sorry Jungs für den Druck, macht Lust auf mehr.

T. Knote

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