C1-Jugend

24.11.13 - Misslungenes Experiment - die C1 verliert gegen den SC Riesa

Trainingslager in Altenberg als Auftakt in die Hallensaison gehören für Löbtauer Nachwuchsspieler zum Kalenderjahr wie Ostern und Weihnachten. Neben intensiven Trainingseinheiten stehen dabei viel gemeinsame Freizeit und lange Abende, in deren Folge sich stets ein erhebliches Schlafdefizit aufbaut, auf dem Programm. Folgeerscheinungen sind daher zumeist ein gehöriger Muskelkater, vertauschte oder verlorene Sachen und praktisch immer völlig übernächtigte Kinder. Ein Punktspiel in der Bezirksliga, zumal ein Spitzenspiel, auf den Tag der Rückkehr aus Altenberg zu legen, kann man daher wahlweise als Folge eines zu engen Terminkalenders, höflich formuliert als Ausdruck gewachsenen Selbstvertrauens oder schlicht auch als gewagtes Experiment ansehen.
In der ersten Halbzeit schien das Kalkül jedoch zunächst aufzugehen, da eine weitere Folge des Trainingslagers, nämlich gestärkter Teamgeist, das Spiel unserer Mannschaft prägte. So wurden Zweikämpfe angenommen, stimmte die Laufbereitschaft und waren unsere Jungs zumeist bereit, die Fehler von Mitspielern zu akzeptieren und mit viel Einsatz auszugleichen. So gelang es unserer C1, die spielerisch und individuell reifer wirkenden Riesaer im Mittelfeld zu binden und konnten die schnellen Löbtauer Spitzen immer wieder gefährlich in Szene gesetzt werden. Allein das nötige Glück vorm Tor, gern auch fehlende Konzentration sowie eine korrekte Regelauslegung bei Oberkörpereinsatz, auch wenn die Spieler deutliche Größenunterschiede aufweisen, verhinderten zur Mitte der ersten Halbzeit die durchaus verdiente Löbtauer Führung.
Jedoch gleichen sich Glück und Pech im Fußball zumeist aus, und so konnte unsere C1 nur durch Dusel mit einem 0 : 0 in die Pause gehen, denn nach einem sehenswerten Lattenknaller der Riesaer schaffte es ein gegnerischer Spieler, freistehend und völlig ungestört den Ball aus etwa vier Metern Entfernung über die Latte des Löbtauer Tores zu befördern.
Nach der Pause erhöhten beide Mannschaften den Druck und war beiden Seiten deutlich anzusehen, dass man sich mit einem 0 : 0 nicht zufriedengeben würde. Leider rückte dabei das defensive Löbtauer Mittelfeld zu weit auf und nach einem leichten Ballverlust im Mittelfeld schlugen die Riesaer mit einem schnellen Konter über ihre linke Seite eiskalt zu. Mag sein, dass dabei dem 0 : 1 eine Abseitsstellung vorausging, jedoch waren die eigentlichen Gründe für den Rückstand ein zu weit aufgerücktes defensives Mittelfeld sowie ein Stellungsfehler auf der rechten Abwehrseite.
In die zuvor schon recht robust geführte Partie schlichen sich nun zunehmend Nickeligkeiten ein und die durch permanente Kommentare verschiedener Provinienz zusätzlich aufgeheizte Atmosphäre schien für einige der übernächtigten Gemüter auf Löbtauer Seite nun offensichtlich zu viel zu sein. Wie anders wäre das rüde und völlig unnötige Foul unseres Kapitäns sonst zu erklären, der schon mit Gelb belastet weit in des Gegners Hälfte einen Gegenspieler förmlich abräumte. Zum Glück beließ es der gewiss nicht geschickt und souverän agierende Schiedsrichter in dieser Szene bei Gelb-Rot, denn das Foul, in dessen Folge der gestreckte Spieler verletzt ausscheiden musste, hätte gern auch mit glatt Rot und einer längeren Sperre geahndet werden können.
Trotz der Unterzahl bäumten sich unsere Jungs jedoch noch einmal gegen die drohende Niederlage auf, jedoch schienen zunehmend die Kräfte zu fehlen und war es wiederum ein Stellungsfehler in der Löbtauer Hintermannschaft, der das entscheidende 0 : 2 verursachte.
Über das, was sich anschließend abspielte, schlüge man besser den Mantel des Schweigens, denn einige Löbtauer Spieler schienen nun vollkommen die Nerven zu verlieren. Zu danken sei an dieser Stelle allen Spielern, die sich und ihre Nerven trotz der von vielen Seiten aufgeheizten Atmosphäre unter Kontrolle halten konnten und nicht durch Tätlichkeiten oder ähnlich überflüssige Aktionen die Mannschaft zusätzlich dezimierten oder auf dem besten Weg dahin waren. Müßig, darüber zu spekulieren, ob das Spiel zu einem günstigeren Termin anders ausgegangen wäre, zu reif wirkte das Spiel der Riesaer, jedoch wäre die Wahrscheinlichkeit, das Spiel vollzählig zu beenden, höher gewesen. Klar dürfte aber sein, dass das Experiment nicht zwingend zur Nachahmung empfohlen werden kann und dass das Spiel zum Nachdenken über das eigene Verhalten auf und neben dem Spielfeld anregen sollte.

T. Knote

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