C1-Jugend

16.10.13 - Torfestival in Freital - die C1 gewinnt beim FV Blau-Weiss Stahl Freital

Am Mittwoch musste unsere C1 auswärts beim FV Blau-Weiß Stahl Freital ihr Nachholspiel absolvieren. Der Gegner war im Vorfeld die große Unbekannte, obwohl man von der Malterstraße fast schon zu Fuß auf die Oberpesterwitzer Straße gelangen kann. Wer würde uns erwarten? Freital war in der letzten Saison mit der D-Jugend, also genau der Mannschaft, die unsere Jungs vor der Brust hatte, aus der Kreisoberliga aufgestiegen. Also mochte man meinen, alles junger Jahrgang, alles kein Problem? Wenn man sich die Abschlusstabelle der letztjährigen Kreisoberliga jedoch anschaut, sieht man, WIE Freital seinen Aufstieg erspielt hatte, nämlich mit 66 : 0 Punkten und einer Tordifferenz von über +300 (wer rechnen kann, erkennt einen Durchschnitt von ca. 14 Toren pro Spiel!!). Also sollten die Alarmglocken nicht zu weit weggepackt worden sein ...
Das Spiel fand nicht wie in der Ansetzung angegeben auf dem Rasenplatz statt, sondern auf dem sehr kleinen Kunstrasenplatz. Beide Mannschaften begannen furios und mit hohem Tempo. Aufgrund des kleinen Platzes kamen die Abschläge meist schon im offensiven Mittelfeld oder sogar in den Sturmreihen an, was ein hin und her wogendes Spiel mit vielen guten Chancen auf beiden Seiten entstehen ließ. Es war in der Anfangsphase auch nicht ersichtlich, wer hier der „Neuaufsteiger“ war und wer in dieser Liga höhere Ambitionen hegt als den nackten Klassenerhalt. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, und es war lange Zeit offen, auf welcher Seite das erste Tor fallen würde.
So dauerte es bis zur 28. Minute, als einer der vielen schnellen Pässe in die Spitze, diesmal von Tino Lederer, seinen Weg zu dem vorn lauernden Maurice Moll fand und dieser den Ball am Torwart vorbei einschieben konnte.
Ab dem erlösenden Tor verschoben sich dann auch die Spielanteile merklich auf die Löbtauer Seite, und fast mit dem Halbzeitpfiff konnte Maurice Moll, diesmal durch David Karius mit einem tollen Pass in den freien Rücken des Gegners bedient, zur beruhigenden Halbzeitführung von 2 : 0 erhöhen.
Nach dem Pausentee merkte man, dass die Ansprache in der Freitaler Kabine deutlich gewesen sein musste, denn die Jungs zeigten, dass sie an einer Ergebniskorrektur interessiert waren. Der Druck aufs Löbtauer Tor wuchs ständig, und so kam, was kommen musste. Die Löbtauer Abwehr klärte inkonsequent (wann lernt man eigentlich, Bälle kompromisslos rauszuschlagen, anstatt sich als letzter Mann auf ein 1 : 1 einzulassen?), und Freital bedankte sich mit dem Anschlusstreffer.
Der Warnschuss saß, und Löbtau begann seinerseits, das Tempo anzuziehen. Im Ergebnis entstanden viele Großchancen, die leider allesamt entweder beim Torwart oder am Aluminium endeten. Besonders sehenswert ein Volley von David Karius, der eine Flanke von Maurice Moll, die an Freund und Feind vorbei quer durch den Strafraum segelte, direkt in Richtung Tor schickte, leider auch wieder nur an die Latte. Das 3 : 1 und 4 : 1 waren dann wieder wie aus dem Bilderbuch, durchgesteckte Pässe auf frei stehende Stürmer (Tobias Höschele, Mark Gramade), die ihrerseits von der Strafraumgrenze dem Freitaler Torwart keine Chance ließen.
Der Käs schien gegessen, doch Freital blies nochmal zur Schlussoffensive. Binnen drei Minuten, zwischen der 57. Und 60. Minute, wurde Löbtau mit den eigenen Waffen zweimal kalt getroffen (der geneigte Leser erinnert sich, flacher Pass aus der Tiefe auf lauernde Stürmer …). Auf einmal stand es nur noch 4 : 3, und man sah unseren Jungs jetzt an, dass der Ausgleich zu drohen schien. Doch die Nervosität wandelte sich in Biss, und unsere C1 zeigte, dass diese Art und Weise Tore zu schießen, an diesem Tage eigentlich Löbtaus Anspruch war. Zuerst traf Mark Gramade zum 5 : 3, zwei Minuten später (65. Minute) Maurice Moll fast zum 6 : 3. Der war völlig frei durch, wurde aber vom Torwart einen halben Meter vor dem Strafraum unsanft gebremst. Im Normalfall klare rote Karte für den Torwart, aber der dieses Spiel souverän leitende Schiedsrichter bewies Augenmaß, anhand des klaren Spielstandes und der Restspielzeit Freital nicht noch zusätzlich mit einer Spielersperre zu bestrafen. Kurz vor Ultimo, Maurice Moll war wieder durch, konnte er diesmal nur IM Strafraum und nur unfair gebremst werden. Die daraus resultierende Chance vom Punkt ließ dieser sich natürlich nicht entgehen und verwandelte zum Endstand von 6 : 3.
Damit ging ein schönes, heiß (aber nie unfair oder brutal) umkämpftes und schnelles Spiel zu Ende. Es gab viele Chancen auf beiden Seiten („Aluminiumverhältnis“ 5 : 3 für Löbtau), und die mitgereisten Eltern kamen mit Sicherheit auf ihre Kosten. Das entschädigte auch dafür, dass an diesem Tag der nahende Winter schon einmal anklopfte und dem einen oder anderen Zuschauer zeigte, dass er sich für diese Jahreszeit noch nicht entsprechend gekleidet hatte.

Jörn Tutschku

Bilder vom Spiel >>>