C1-Jugend

13.10.13 - Erzwungener Sieg - die C1 gewinnt gegen den Döbelner SC

Um es vorwegzunehmen, das Kräftemessen gegen die spielstarken Döbelner war eines dieser Spiele, in denen geschlossene Mannschaften entstehen, war ein Spiel, bei dem sich genau der Charakter einer Mannschaft zeigt, der dieses Spiel für unsere Jungs entscheiden sollte.
Die ersten Minuten, in denen unsere C1 das Mittelfeld beherrschte und die an das Spiel in Freiberg erinnerten, gingen klar an unsere Jungs. Allein der feuchte Untergrund, der die Pässe in die Schnittstellen der gegnerischen Viererkette für die eigenen Stürmer unerreichbar schnell machte, verhinderte klare Chancen für die Löbtauer.
Warum auch immer, überließ unsere Mannschaft ab etwa der 12. Minute das Mittelfeld den gut kombinierenden Gegnern, was sich deren technisch und spielerisch versierte Spieler zunutze machten und bis zum Löbtauer Strafraum ein ständiges Übergewicht entwickelten. Irgendwie schien es in dieser Phase des Spiels so, als ob stets ein gegnerischer Spieler mehr auf dem Platz stünde und als ob unsere Jungs ständig einen Schritt zu spät kämen. Allein eine geballte Abwehrleistung und die nicht zu übersehende Abschlussschwäche der Döbelner verhinderten in dieser Phase einen Rückstand unserer Mannschaft.
Ab Mitte der ersten Halbzeit befreiten sich unsere Jungs wieder aus dem gegnerischen Griff und versuchten sich selbst in schnell vorgetragenen Angriffen. Zwar vereitelte der schnelle Untergrund wiederum bei der Mehrzahl der Vorstöße klare Chancen, aber mit etwas mehr Blick für den Nebenmann hätte unsere C1 durchaus mit einem 1 : 0 in die Pause gehen können.
Die vermutlich deutliche Halbzeitansprache schien irgendwie gefruchtet zu haben, denn nach der Pause war unsere Mannschaft plötzlich im Mittelfeld wieder merklich präsenter und setzte den Gegner spätestens ab der Mittellinie unter Druck. Und siehe da, aus im Mittelfeld eroberten Bällen entstanden binnen weniger Minuten zwei glasklare Chancen, die jedoch mit haarsträubender Fahrlässigkeit vergeben wurden.
Zum Glück gibt es keine 5-Euro-Münzen, mit denen Phrasenschweine gemeinhin gefüttert werden, aber unmittelbar nach den zwei vergebenen Großchancen rächte sich die Nachlässigkeit im Sturm in Form eines kapitalen Bocks unseres Torwarts, der eine im Grunde ungefährliche Flanke gepflegt unterlief und den Döbelnern das 0 : 1 quasi auf dem Tablett präsentierte.
Es gibt Mannschaften, die nach vergebenen Großchancen und einem solch billigen Gegentor einbrechen und ein Spiel weggeben. Nicht so unsere C1 in diesem Spiel, denn motzten sich einzelne Mannschaftsteile noch in der ersten Halbzeit höchst unqualifiziert gegenseitig an, ging nach dem unglücklichen Rückstand ein Ruck durch unsere Jungs. Sich gegenseitig anfeuernd wurde mit konsequenter Abwehrarbeit und deutlich mehr Präsenz im Mittelfeld der Gegner an jeglicher Spielentfaltung gehindert und in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Gut, der Ausgleich durch Maurice Moll in der 58. Minute entsprang einem robust durch Tobias Höschele geführten Zweikampf im Mittelfeld, den manch anderer Schiedsrichter abgepfiffen hätte, jedoch waren es genau solche Szenen, die den Kampfeswillen unserer Jungs belegten.
Der wiedererlangte Wille zum Sieg und die Masse des abzubauenden Frusts dokumentierten sich nur sechs Minuten später, als sich Maurice Moll nach einer schon fast vergeigten Ecke den Ball an der linken Strafraumkante schnappte, fünf Gegner zu Fahnenstangen degradierte und den Ball in der 64. Minute zum 2 : 1-Endstand in die Maschen drosch. Mit etwas Glück und überraschend auch in voller Mannschaftsstärke überstanden unsere Jungs anschließend die letzten Minuten, sicherten den vierten Sieg im vierten Spiel und legten somit einen Saisonauftakt hin, den viele unserer C1 in dieser Spielzeit kaum zugetraut hätten.
Bleibt als Fazit die Erkenntnis, dass die Energie, die für das Anmotzen der eigenen Nebenmänner aufgewandt wurde, besser in das eigene Spiel hätte investiert werden sollen, denn was es ausmacht, sich besser gegenseitig aufzubauen denn im Spiel zu kritisieren, zeigten die Minuten nach dem 0 : 1. Auf die Weisheit unserer Altvordern, die schon in grauer Vorzeit Reden mit Silber und Schweigen mit Gold aufzuwiegen wussten, sei an dieser Stelle nicht weiter eingegangen.

T. Knote

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