C1-Jugend

03.10.13 - Grenzen aufgezeigt bekommen - die C1 verliert im Pokal gegen den VfL Pirna-Copitz
Präambel

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, vom Parlamentarischen Rat auf den leidvollen Erfahrungen der deutschen Geschichte aufbauend erarbeitet, seit dem 23. Mai 1949 in Kraft und mit der Wiedervereinigung auch in Dresden geltend, garantiert im Artikel 2 (1) jedem Einzelnen die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Obwohl nicht ausdrücklich erwähnt, ist davon auszugehen, dass hiervon auch die freie Wahl eines Amtes als Unparteiischer im Sport gedeckt ist, sei es im Schach, im Voltigieren oder - naja eben halt auch im Fußball. Die Spielvereinigung Dresden-Löbtau 1893 e. V. bekennt sich ausdrücklich zum Grundgesetz und aller darin garantierten Freiheiten und Rechte, so z. B. zu den Artikeln 2 (1) und 5 (1).
Schon die ersten Szenen des Spiels machten deutlich, dass dieses Pokalspiel kein leichter Gang werden würde. Überfallartig trugen die Pirnaer Spieler ab der ersten Sekunde ihre Angriffe über ihre schnellen Außen vor das Löbtauer Tor und nur mit Glück gerieten unsere Jungs nicht schon in der ersten Minute in Rückstand. In den folgenden 15 Minuten bekam unsere C1 gegen die technisch versierten und spielerisch überlegenen Gegner praktisch keinen Zugriff auf das Spiel. Symptomatisch waren daher auch die beiden Gegentreffer, bei denen zum Einen ein langer Ball in die Spitze unterlaufen wurde und ein gegnerischer Spieler beim 0 : 2 in der 13. Minute nach zu kurzer Abwehr weitgehend unbehelligt auf das Löbtauer Tor schießen konnte.
Spätestens nach dem 0 : 2 konnte einem Angst und Bange um unsere Jungs werden, aber plötzlich schien es, als ob ein Schalter umgelegt worden wäre und unsere C1 sich nicht vorführen lassen wollte. Zugegeben, der Anschlusstreffer von Maurice Moll nach feiner Einzelleistung in der 16. Minute kam wie aus dem Nichts, aber in der Folgezeit konnte unsere Mannschaft das Spiel ausgeglichen gestalten und erarbeitete sich zudem die besseren Chancen. Dumm nur, dass das Niveau der Schiedsrichterleistung in dieser Phase des Spiels für das Finale einer jeden Limbo-Meisterschaft gereicht hätte. Wurden vorher schon offensichtliche Fouls oder das häufig deutlich zu erkennende Trikotziehen ignoriert, ging dem 1 : 3 ein klares und nicht geahndetes Foul an Tino Lederer voraus. Leider gesellte sich zu dieser offensichtlichen Fehlentscheidung auch noch mangelnde Spielhygiene, unter welche man landläufig bei auf dem Feld liegenden Spielern die Unterbrechung des Spiels durch wen auch immer zählt, hinzu.
Mit viel Moral und Kampfgeist ging unsere Mannschaft dann die zweite Halbzeit an. Zwar sorgten die Pirnaer Spieler ob ihrer individuellen Klasse immer wieder für heilloses Durcheinander im Löbtauer Strafraum, jedoch wurden bis auf eine Situation keine zwingenden Chancen zugelassen.
Deutlich zu erkennen war in dieser Phase des Spiels auch, dass Gegnern wie dem VfL Pirna-Copitz nur mit konsequenten Zweikämpfen und Abwehrarbeit in allen Mannschaftsteilen beizukommen ist. Genau einer solchen Situation entsprang in der 49. Minute dann auch das 2 : 3. Nach einer Balleroberung in der gegnerischen Hälfte steckte Maurice Moll brillant auf Tobias Höschele durch, der in dieser Szene mal seine Schnelligkeit ausspielen konnte und dem gegnerischen Torwart keine Chance ließ.
Leider führte praktisch schon der Gegenzug zum 2 : 4, bei dem die Abwehrleistung nur als indiskutabel weil körperlos und inkonsequent zu bezeichnen war. Ein richtiger Spielfluss stellte sich bei unserer Mannschaft nach diesem wiederholten Rückschlag nicht mehr ein. Wurden Bälle aus der Abwehr heraus gespielt, landeten diese zumeist fast widerstandslos beim Gegner und kamen, wie gegen eine Gummiwand gespielt, wieder zurück.
Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wie das Spiel bei einer anderen Entscheidung vor dem 1 : 3 ausgegangen wäre. In Summe zog mit dem VfL Pirna-Copitz verdient die überlegene, weil individuell besser besetzte und spielerisch reifere Mannschaft in die nächste Runde des Landespokals ein.
Für unsere Jungs bleibt als Fazit eine kämpferisch gute Leistung gegen einen an diesem Tag kaum zu schlagenden Gegner. Speziell die gezeigte Moral stimmt für kommende Spiele optimistisch, insbesondere dann, wenn man sich auf die wahren Stärken des Referees, in diesem Fall das Erkennen falscher Einwürfe, besser einstellt.

T. Knote

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